Jens Gehlert`s Publishers Corner: Leiden GRÜNE ohne Porsche?

1. April 2011

Vor einigen Jahren habe ich im SpaZz den Untergang der Ideologie  der SPD vorhergesagt. Bis heute glaube ich, realitätsgestützt, dass das stimmt.  Was ich für die Republik vernachlässigt habe, sind die „Grünen“ als Königsmacher der gegenwärtigen Gutmenschenidee. Früher waren das die Sozis. Diese Wohlfühlwähler, diese Leute, die in die Weinprobe kommen und hinterher erzählen, wie toll der Wein schmeckt, die aber nie einen Tropfen kaufen. Und sich dann noch wundern und auf dem Wochenmarkt lamentieren, dass der nette Weinhändler ums Eck pleite geht. Deren Strom, anders als bei uns allen, aus der altbewährten Steckdose kommt. Und die voll krass auf „Bio“ stehen, auch für ihre Kinder, selbst wenn in China Millionen Hektar Wald abgeholzt werden, um uns mit dort angebautem „Bio-Gemüse“ das Gewissen vermeintlich zu beruhigen.  Empathen, Gutwoller, die Netten von nebenan, die immer einkaufen, aber nie eine Rechnung zahlen wollen.  Kommen Sie mir nun wirklich nicht damit, das diese Beispiele abgedroschen sind! Ja, das funktioniert immer noch beim Volk, denn das Gewissen bleibt sooo schön sauber. Bist du nicht auch für Frieden? Also ich schon. Übrigens find ich, wirklich, Atomkraft auch – irgendwie – blöde.  Das ist der Typus Mensch, der künftig regiert. Also zumindest kurzfristig in Baden-Württemberg. Das ist ungefähr so, wie wenn der Formel1-Fahrer sagt, dass Dein Öko-VW-Polo doch eigentlich zu viel Sprit verbraucht.

Wem es gelingt, bitte nachlesen: Im letzten „Spiegel“: ein fabelhafter Artikel über das sog.“Französische Viertel“  in Tübingen, wo sich, ganz bürgerlich, ein  Wohnquartier aufgebaut hat , das rund 80 % grüne Biotopen-Miefigkeit vereint. Ein Ausbund an  Spießigkeit, Hetzertum und unsäglicher Gauleiterideologie mit Bewohnern wie Schlager-Barde Dieter Thomas Kuhn („Ich glaub, ich verkauf jetzt meinen Porsche“) und Tübingens Grünen-OB Boris Palmer („Ich war eigentlich nie so ein Demonstrantentyp“).  Konzert um 10 Uhr abends  – vorbei! Der Bus ins eine  Querstrasse ums Eck gelegene Migrantenviertel – bitte aussenrum fahren, fordert die grüne Volksseele!  Wie schreibt der SPIEGEL: „ Es geht dem grünen Menschen längst nicht mehr um die Rettung der Welt, es geht ums eigene Seelenempfinden“. Anders gesagt, hier entsteht der neue, grasgrüne Biedermeierfaszinismus!

Man muss nun wahrhaft keine Angst vor der langfristigen Entwicklung haben. Die Gesellschaft in unseren saturierten Breitengraden ist ein zirkulares  System, ein Kreislauf, wie eine Heizung; die muss gescheit gewartet werden, damit ihre Aufgabe erfüllt wird. Damit ihre innere Logik, ihr System funktioniert. Sonst kollabiert`s eben. Und dann wird’s kalt, schön eiseskalt. Und dann frieren auch die falschen Monteure. Und dann wechseln wir den Dienstleister halt wieder. Zwangsweise. Das geht ganz schnell. Wird das passieren?

Lassen wir sie also machen. Fällt nach einem Jahr die Heizung aus? Welcome to the world, Rot- Grün! Wir kriegen viel zu lachen. Das ist es fast ja wert. Denn jetzt müssen unsere Sonnenblumenfreunde über Dinge reden, verhandeln und entscheiden, die ihnen böse, böse weh tun werden. Dinge, die mit ihrer bisherigen Wellness-Birkenstock-Welt nichts zu tun haben. Denn wie gesagt, eine Heizung will richtig gewartet werden, das ist nun mal so in unserer modernen Welt. Und der hedonistische grüne Deutsch-Michel, der sie – die Erretter vom Bösen – gewählt hat, wird ganz schnell uneinsichtig  – arg uneinsichtig  – wenn urplötzlich 12 Ahmed-Migrantenkinder in die Schulklasse des eigenen, glattpolierten Elite-Sprößlings Pascal gehen; oder der Volvo-Kombi wegen immer teurerem Sprit ins Stocken kommt, wenn grad die Abfahrt in die Abruzzen ansteht – Toskana wäre genauso richtig, aber das wurde zuletzt doch etwas zu teuer.  Anzumerken nur, dass die Schmerzgrenze des Grün-Michel angesichts mittlerweile meist amtlich (jetzt bitte lachen!) dotierter Wohlstandjobs deutlich höher liegt. Und gefrierend dumm, dass bei Erreichen dieser wirklichen Schmerzgrenze das Wahlkreuzchen auf einmal bei deutlich dunkleren, gänzlich unangenehmen Polit-Farben gemacht wird.  Wir sind ja Toleranzweltmeister, also fordere ich: Seien wir erstmal nur gespannt, ob im Werkzeugkoffer der grünen Realitäts-Parodisten das richtige Handwerkszeug drin ist.

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